Frida-Kahlo-Schule Bruchköbel, Aufstockung
Kreisausschuss des Main-Kinzig-Kreises
2007-2008

BGF 680 m²
BRI 2.992 m³

Der Kreisausschuss des Main-Kinzig-Kreises plante die „Frida-Kahlo-Schule“, eine Schule für Praktisch Bildbare in Bruchköbel, zu erweitern. Anlass war ein drastischer Anstieg der Schülerzahlen.

Gefordert war die Neuschaffung von 6 Klassenräumen, 2 Gruppenräumen und Therapiebad, mit barrierefreier Anbindung an den Bestand.

Aufgrund fehlender Freiflächenreserven auf dem Grundstück kam nur eine Aufstockung in Frage. Da keines der Gebäudeteile für eine Aufstockung vorgesehen war, zudem die Bodenverhältnisse bei Lastveränderungen große Nachsetzungen und Setzungsdifferenzen erwarten ließen, war eine separate Gründung der Aufstockung erforderlich. Dies war im eingeschossigen Gebäudebereich mit dem vergleichsweise geringsten Eingriff in den
Gebäudebestand verbunden. Hier ließen sich auch die erforderlichen Spannweiten auf ein erträgliches Maß begrenzen.

Weiterhin war der für die Aufstockung gewählte Gebäudeteil hinsichtlich der Baustellenlogistik sehr gut erreichbar und vom Schulbetrieb abtrennbar, so dass die Baumaßnahme unter Aufrechterhaltung des Schulbetriebes erfolgen konnte und hier nur zu relativ geringen Einschränkungen geführt hat.

Entstanden ist ein schlichter, rechteckiger Baukörper, der über eine Verbindungsbrücke barrierefrei mit dem Gebäudebestand verbunden ist. Der zentral gelegene Flur erschließt das Geschoss u-förmig und schafft einen
2. Fluchtweg über eine Stahltreppe zum Pausenhof.

Die Konstruktion des Neubaus erfolgte als "Stahlbetontisch" bestehend aus Stützen, Unterzügen und Deckenplatten, überwiegend als Spannbeton-Fertigteile, die als Unterkonstruktion für den Gebäudeaufbau in Holzrahmenbauweise dient. So konnten freie Deckenspannweiten von ca. 14 m realisiert werden.

Die Gründung erfolgte auf Pfahlböcken aus Kleinverpresspfählen, gebohrt bis in Tiefen von 21 m, die teilweise im bestehenden Gebäude mit einer kleinen Bohrlafette eingebracht werden mussten. Auf den Pfahlköpfen wurden Stahlbetonstützen in Ortbeton

aufgesetzt, welche durch den Gebäudebestand „durchgesteckt“ wurden und somit setzungsunabhängig die Aufstockung tragen. Das alles fand im „hochinstallierten“ Schwimmbad-/Dusch-/Technikraumbereich des Bestandsgebäudes statt.

Auch die Entscheidung zur Holzbauweise resultierte aus den gegebenen Randbedingungen. Geringe Bau massen minimieren die Gebäudelasten, was wiederum Einsparungen in den Fundamentdimensionen ermöglichte und neben der Ausführung einer Tiefgründung das Risiko von Nachsetzungen zusätzlich reduzierte.

In Verbindung mit der Vorfertigung im Herstellerwerk war zusätzlich eine kurze Aufbauzeit vor Ort möglich. So vergingen von der ersten Fundamentbohrung bis zur Montage des letzten Deckenelementes und somit regen
dichten Abschluss der Aufstockung lediglich die Sommerferien (6 Wochen). Durch die Holzbauweise und überwiegend trockenen Innenausbau konnte im weiteren Ausbau weitgehendst auf zeitraubende Trocknungsvorgänge verzichtet werden.

Weiterhin ist auch hinsichtlich der Energieeffizienz dieser Gebäudeteil auf dem Stand der Technik, wodurch eine Erweiterung der Heizungsanlage nicht erforderlich war.

Die Dachfläche ist als extensiv begrüntes, geneigtes Pultdach ausgeführt, die Außenwände sind mit einer vorgehängten hinterlüfteten Fassadenbekleidung (TRESPA-Platten) versehen. Die großflächigen Verglasungen bestehen aus einer Holz-Aluminium-Pfosten-Riegel-Fassade.

Teilweise sind die Pfosten in das statische Konzept einbezogen.